Wieso ausgerechnet ein britisches Label
Marken wie Chanel & Co. überholt!

8. August 2016

Als Anfang Juli die diesjährigen Haute Couture Schauen in Paris zu Ende gingen, fiel eines besonders auf. Wenig Farben, wenig Eleganz, wenig Kreativität!

Jedenfalls ging es mir so, als ich mich durch die Shows geklickt habe. Umso mehr fiel mir ein Label besonders auf: Das der Briten Tamara Ralph und Michael Russo: Ralph and Russo.

Lange Zeit als Shootingstar auf diversen Red-Carpet-Events gefeiert, wurden Ralph and Russo, obwohl erst 2007 gegründet, vom Chambre Syndicale de la Haute Couture eingeladen, ihre Kollektionen in Paris zu zeigen.

Wieso das so ungewöhnlich ist? Nun, sie sind das erste und einzige Label aus Großbritannien, dem diese Ehre zuteil wurde. Dazu muss man wissen, dass der Titel eines Couturehauses nur unter sehr strengen Kriterien vergeben wird (dem Thema Haute Couture werde ich mich sicher noch in einem eigenen Blogeintrag widmen).

Eines davon ist, dass jedes Modell ein maßgeschneidertes, von Hand angefertigtes Unikat ist.

4-Illu10-Illu Das macht eine echte Haute Couture Show so teuer, bringt aber natürlich auch unglaublich viel Prestige. Leider schafft es nicht jeder, dieses wirtschaftlich umzusetzen . Für viele Modehäuser ist der Aufwand zu hoch, weshalb es zur Zeit nur 15 Labels gibt, die sich echte Grand Couturiers nennen dürfen.

Der Präsident des Chambre Syndicale, Didier Grumbach, meinte Ralph und Russo bringen echte Handwerkskunst zurück in die Haute Couture. Und wie recht er hat!

Was ich persönlich an Ralph und Russo so mag, ist ihre besonders feine Farbpalette. Sie verzichten auf obligatorisches und omnipräsentes Schwarz, ihre Kleider werden in viele Farben getaucht, sind aber nie schrill. Die Farbabstimmung ist unglaublich feinfühlig. Die Stoffe sind meist fließend und bringen ihre Prints und Stickereien besonders schön zur Geltung.

Dafür können es sich R&R leisten, die Schnitte eher einfach zu halten. Ralph und Russo sind sicher kein experimentelles Label, keine Schnitte, die man nicht vorher schon gesehen hat. Dennoch schaffen sie es schöne Mode zu kreieren. Und genau das ist es: ihre Kleider sind schön. Schöne Farben, schöne Stoffe, schöne Silhouetten. Ralph und Russo haben sich ganz der Schönheit und Eleganz verschrieben, was sie besonders beliebt für glamouröse Auftritte macht.

1-IlluIhre aktuelle Kollektion sticht mit ihrer unglaublichen Eleganz heraus. Dabei scheuen sich R&R nicht, eine kleine Zeitreise zu unternehmen und ganz eindeutig Anleihen bei Designern wie Hubert de Givenchy zu nehmen, der 1954 Audrey Hepburn für den Film Sabrina ausstattete. Fast meint man Audrey persönlich tänzelt graziös über den Laufsteg. Auch einen Blick in die 1960er haben sie gewagt und runde Hüte zu dramatischen Capes mitgebracht. Diese erinnern stark an die Mode des heuer verstorbenen André Courréges den Erfinder der weißen Weltraummode in den 1960er Jahren.

 

 

 

 

 

 

 

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Man verzeiht ihnen jedoch diese Anleihen gerne, denn R&R schaffen es ihre Inspirationen unglaublich elegant und kunstfertig umzusetzen. Und ist es nicht genau diese Eleganz, die ein Kleid der 1950er Jahre für uns so unglaublich anziehend macht? Ralph and Russo haben genau diese Schönheit, die uns Filme wie Sabrina so ans Herz wachsen ließen, ins Heute transferiert, ohne dabei den wesentlichen Kern zu zerstören, wie das oft passiert, wenn man Vintagmodelle modernisieren möchte. Dafür haben sie meine uneingeschränkte Bewunderung! Deine auch?

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2 Comments

  • Reply Denise 12. August 2016 at 11:31

    Ralph&Russo haben einfach unglaubliche Kleider! Ich habe sie vor ca. einem halben Jahr auf Instagram gefunden. Und wenn man erst die Schuhe sieht 😀 einfach traumhaft <3

  • Reply janin 12. August 2016 at 11:39

    Mir ging es ja ganz genauso. man klickt sich durch so viele Bilder, aber bei Ralph & Russo bleibt man einfach hängen. Die Kleider sind so schön. Freut mich, dass Du das auch so siehst,
    glg, Janin

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